Lesen durch Schreiben

Leitsätze ...

Implizites – d.h. neuronal-selbstgesteuertes – Lernen

Der Schriftspracherwerb ist genetisch bedingt.

Es gibt in unserem Erbgut „Gene“,
die den Prozess des „Leserwerdens“ steuern,
– weshalb der Schriftspracherwerb
didaktisch kaum zu beeinflussen ist!

Bestimmte Gene,
sofern sie aktiviert („eingeschaltet“) sind,
ermöglichen den Schriftspracherwerb;
sind diese Gene beschädigt/verändert/fehlend,
dann scheitert er.
Lesen durch Schreiben
Essentials


– spezifischer Lesebegriff
(verstehendes Blitzlesen mit motivierter Leseneugier über den Text hinaus / lautes Vorlesen „verboten“)

– spezifischer Lernbegriff
(Lesen auf der Grundlage von Schreiben, hauptsächlich durch selbstgesteuertes, incidentelles bzw. implizites Lernen)

Hypothese:
Der Schriftspracherwerb verläuft analog wie der Sprechspracherwerb und ist genetisch mit-determiniert.
Lesen durch Schreiben heißt eigentlich:
Lesenlernen ohne Leseunterricht!


D.h.: Entwicklung von Lesekompetenz und Lesefreude durch eigenes Verschriften – auf der Grundlage neuronal-selbstgesteuerten (d.i. impliziten) Lernens und unter Verzicht auf lesedidaktische Maßnahmen wie Vermittlung von Buchstabenkenntnissen, Leseübungen u.ä.

Alle Erfahrungen zeigen, dass sich Lesekompetenz (nach einer individuell verschiedenen Zeitspanne) als „Produkt des Schreibens“ von selbst einstellt, – sofern die Kinder nie zum Lesen aufgefordert oder gar gezwungen werden.
Lesen durch Schreiben
fördert Stützfunktionen des Lernens:


z.B durch Konzentrations- und Aufmerksamkeitstrainings, vielfältige Wahrnehmungsübungen, Förderung von Anweisungsverständnis und Orientierungsfähigkeit usw.

Über ein vielschichtig variables Lernangebot erfolgt eine durchgehende kognitive Aktivierung, d.h. eine umfassende Denkerziehung mit stets neuen Aufgaben, mit Ausgriffen ins Mathematische und Sachkundliche, mit Organisationshilfen, Tabellen und Grafiken, mit Übungen zur Begriffsbildung und zur Bildung von Analogien, mit offenen Situationen sowie Problemstellungen mit mehreren Lösungsmöglichkeiten usw.
Grundüberzeugung:

Die meisten Kinder sind aus sich heraus lernfähig und lernbereit, weshalb viele didaktisch-methodische Maßnahmen der Schule das kindliche Lernen eher stören als unterstützen. Leseunterricht ist nämlich um so wirkungsvoller, je unspezifischer er ist.

Daher findet kein Leseunterricht statt, es wird zunächst auch nicht gelesen – lautes Vorlesen ist sogar verboten! Buchstaben-Lautkenntnisse sind lediglich ein beiläufiges Lernziel. Stattdessen steht eine allgemeine, umfassende Förderung der Sprachkompetenz und einer aufgabenbezogenen Arbeitshaltung im Zentrum.
Im Erstleseunterricht

geht es um mehr als nur um Lesenlernen, hat doch der Erstleseunterricht über den Bereich des Lesens hinaus Einfluss auf den schulischen Lernstil und die Lern- und Leistungsmotivation des Kindes.

Hier erfährt es zum ersten Mal eindringlich, was „Schule“ bedeutet. Es geht im Erstleseunterricht deshalb um mehr als nur um Lesenlernen. „LESEN durch SCHREIBEN” ist daher weniger ein Erstleselehrgang, sondern eher der Versuch, dem Ideal eines offenen, kommunikativen und neuronal-selbstgesteuerten (d.h. gehirngerechten) Unterrichts den Weg zu bereiten, in dem die Kinder nicht nur das Lesen, sondern vor allem das Lernen lernen!
LESEN DURCH SCHREIBEN bedeutet:
Lesenlernen ohne Leseunterricht!


Durch Schreiben lernen die Kinder nämlich am besten lesen, wenn das schulische Lernangebot neuronal-selbstgesteuertes, implizites Lernen ermöglicht.

Je mehr das Kind selbstgesteuert, implizit lernen darf, umso höher wird das Niveau seines Leistungsstandes.

Es gilt die - ungewohnte - These:

Leseunterricht ist umso wirkungsvoller,
je unspezifischer er ist.

Lesen heißt denken!

Im Angebot „Lara und ihre Freunde” hat Denkerziehung daher einen ganz hohen Stellenwert.

Zahlreiche, scheinbar „lesefremde” Aufgaben wie Gegenstände suchen, Bilder vergleichen, Seriationsfolgen erkennen, Zählen, mit Tabellen arbeiten oder „Logicals” lösen, fördern auch – und intensiv – die Lesekompetenz der Kinder.

Ziel dieses Leseunterrichts ist nämlich nicht nur das Kind, das lesen kann, sondern das Kind,
das tatsächlich liest!
LESEN durch SCHREIBEN

Die drei Prinzipien des Konzepts sind:
– Lesen durch Schreiben
– Selbstgesteuertes, implizites Lernen
– Werkstattunterricht

Leitend sind die didaktischen Grundsätze:
– Didaktische Zurückhaltung / Prinzip der minimalen Hilfe
– Soziales Lernen
– Lernen in der „Zone der nächsten Entwicklung”
– Lernen durch Einsicht – kognitive Aktivierung

Dabei ist nicht das lesedidaktische Prinzip entscheidend, sondern die andere Art des Lernens,
die da nahegelegt wird.
LESEN durch SCHREIBEN

Das kindgemäße Lernpaket für den erfolgreichen Schriftspracherwerb besteht aus:

– Lern-Bilderbuch „Lara und ihre Freunde”
– „Lara und Moussa lernen schreiben” (Kopiervorlagen mit Werkstatt- und Hausaufgabenblättern)
– div. Ergänzungs- und Differenzierungsangeboten
– dem Rechtschreibtraining „Erstes Verschriften” (Lernsoftware)
– den Lerntrainern „Little Genius” und „Big Profi”
– der Kontrollfix-Serie „Lesen extra”
– dem Würfelmosaik „Cubumino”
– dem Lerntrainer „Mathematix”
LESEN DURCH SCHREIBEN

ist ein strukturiertes Materialangebot im Baukastensystem mit:

– Anregungen zum Schreiben
– Wortschatz- / Begriffsbildung
– Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen
– Denkerziehung
– „Brücken zur Mathematik”
– computerunterstützes Rechtschreibtraining, sowie
– Hinführung zu einer aufgabenadäquaten Arbeitshaltung.

LESEN durch SCHREIBEN

Im zugehörigen Lernangebot findet sich sehr viel Ungewohntes. Im Zentrum des Unterrichts steht nicht das Nachahmungslernen durch wiederholtes Üben im Klassenverband, sondern ein individuelles Lernen durch Einsicht (Werkstattunterricht), dessen starke Individualisierungstendenz durch ein Gegengewicht vielfältiger Formen sozialen Lernens ausgewogen wird.

Den Kindern werden reichhaltige, vielseitige Lernmöglichkeiten unterbreitet – jedoch keine Übungen zum Lesenlernen. Das Lesenkönnen als solches wird impliziten, neuronal-selbstgesteuerten Lernprozessen überlassen.

Hannah hat Kino im Kopf

Eine interessante, leicht lesbare Darstellung der Prinzipien von „Lesen durch Schreiben”
und ihrer Hintergründe für LehrerInnen, Studierende und Eltern.

Die Schrift klärt den Lesebegriff von „Lesen durch Schreiben”,
erläutert lernpsychologische Grundlagen,
orientiert über die Methodik des Werkstattunterrichts,
gibt Tipps, wie Eltern ihr Kind unterstützen können,
warnt vor falschen Maßnahmen (lautes Vorlesen u.ä.)
und bietet Hilfen bei Lernschwierigkeiten.


... und Sprüche

Wer bis hier vorgedrungen ist,
kann sich unsere derzeitige Spruchsammlung ansehen und/oder ausdrucken:

Spruchsammlung
(pdf-Datei, 22 KB, 12 Seiten A4).